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Ein Mann von ROBERT POLZAR

12. Oktober 2010

Ein Mann sitzt auf einem Stuhl.

Ein Mann sitzt auf einem Stuhl an einem Tisch.

Ein Mann sitzt auf einem Stuhl an einem Tisch in einem Raum mit einem Fenster.

Ein Mann sitzt in einem Raum mit einem Fenster zu Straße. Vor dem Fenster fangen die Farben an zu verblassen.

Ein Mann sitzt vor den Farben ohne sich ablenken zu lassen. Ein Mann den die Farben vor allem anderen hassen.

Ein Mann sitzt in einem Raum auf einem Stuhl.

Ein Mann sitzt auf einem Stuhl bei Tag und bei Nacht. Ein einsamer Mann wacht. Er sitzt auf seinem Stuhl ob es stürmt oder schneit, als warte er auf etwas, das ihn befreit.

Ein Mann sitzt an einem Tisch, umgeben von weiß. Ein Mann der als einziger weiß wie er heißt. Ein Mann wie ein Fleck in einem Raum ohne Dreck. Ein Mann wie er geht niemals weg. Ein Mann ist der Fixpunkt in einem Raum voller weiß. Ein Mann mit einer schwarzen Seele, wie es heißt. Ein Mann der in sich aufsaugt, was der Raum ihm entbehrt. Ein Mann der keinen Eintritt in seine Schwärze gewährt.

Ein Mann von dem die Menschen nur flüsternd erzählen, sitzt in einem Raum auf metallenen Stehlen. Ein Mann in einem Universum aus Kunst und aus Blut, er sitzt in seinem Raum, das ist alles, was er tut.

Ein Mann sitzt in der Mitte wie ein Haufen aus Dreck. Ein Mann in seiner eigenen Welt nur ein Fleck. Ein Mann den nachts Dämonen jagen, Dämonen die sich in das weiß nicht wagen.

Ein Mann verdammt auf einem Stuhl zu bleiben und langsam am Leben vorüber zu treiben.

Ein Mann der einst zuviel begehrte und dem das Leben zuwenig gewährte. Ein Mann unter tausend, ein Mann ohne Ziel. Ein Mann der einst etwas zu tief fiel.

Ein Stuhl ein Tisch, ein Raum ohne Farbe, ein schwarzer Fleck wie eine klaffende Narbe. Die Endstation Leben, gefangen im Nichts, die Schwärze der Mitte, das Ende des Lichts.

Ein Raum in einem Traum ohne Sinn ohne Ziel, ein Mann ohne Leben ohne Anteil am Spiel. Ein Mann der schon tot ist, aber es noch nicht weiß, bis der Tod ihn gnädig der Erde entreißt.

Ein Mann der langsam verwest und verweicht. Ein Mann dem die Zeit die Farbe ausbleicht. Ein Mann war einst ein schwarzer Fleck, im Tod bleibt von ihm nur weißer Dreck.

Ein Mann sitzt in einem Raum ohne Licht. Aus dem Fenster sieht er nicht.

 

ROBERT POLZAR hat bisher noch kein Buch veröffentlicht und ist somit der Neuling hier in der Runde. Im Herbst 2011 erscheint sein Debut beim Unsichtbar Verlag. Momentaner Arbeitstitel: „Hunde die sprechen beissen nicht!“

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